Farkas Olga
Szegedi Tudományegyetem
JGYTF Kar Neveléstudományi Tanszék
Szeged, 2001

Vorbereitungskurs zur Meisterprüfung Erfahrungen im Unterricht von Grundkenntnissen der Pädagogik bei der Handwerkskammer Komitat Csongrád [1]

In unseren Tagen gehen tiefgreifende Änderungen auf dem ganzen Kontinent vor sich, auch die ungarische Gesellschaft erfährt eine bedeutende Umgestaltung. Immer mehr wird auch über unseren Beitritt der Europäischen Union gesprochen. Klein- und Mittelunternehmungen müssen immer mehr mit dem Konkurrenzdruck rechnen, damit, daß sie ihre Konkurrenzposition befestigen zu haben. In der Welt der Unternehmungen taucht Qualitätsentwicklung zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit immer dringender auf. Die Herausforderungen der Zeit setzen auch auf dem Bereich der Berufsbildung ein pädagogisches Denken anderer Art, neue Kenntnisse, Sachkenntnisse und Fähigkeiten, eine neue Betrachtungsweise voraus. Laut einschlägiger Bestimmungen des Bildungsgesetzes dürfen Auszubildende die Anforderungen der praktischen Bildung auch in äußeren Ausbildungsstätten erfüllen. Dies erhöht den Wert der Meisterprüfung besonders.

In der Vorbereitungsphase der Integration hat die Handwerkskammer Komitat Csongrád mit Sitz in Szeged, die Bestrebungen unterstützend, die die Anpassung des europäischen Normensystems erzielen, schon zehn Mal ermöglicht, daß Vertretern verschiedener Berufe die höchste Qualifikation, die Berechtigung erteilt wird, die Bezeichnung „Meister” zu führen. Von denen, die im Komitat eine staatlich anerkannte Qualifikation besitzen, waren 389 Personen bereit, sich der Prüfung zu unterziehen. Sie haben vor einer Meisterprüfungskommission bewiesen, daß sie vorbereitet und befähigt sind, ihren Beruf anspruchsvoll auszuüben. In der Prüfung ließen sich vor allem Vertreter der Ausbildungsberufe Tischler, Karosseriepolierer, Automechaniker, Konditor, Kachelofensetzer, Friseur, Zahntechniker, Fleischer und Metzger, Karosserienschlosser, Schornsteinfeger, Maurer, Kosmetiker, Optiker, Müller, Damenschneider, Maler-Anstreicher und Tapezierer, Elektromonteur, Klempner und Gasinstallateur vertreten.

Grundkenntnisse der Pädagogik für Meisterkandidaten?

Die Frage könnte sich stellen, warum dieses Fach zu unterrichten ist. In erster Annäherung mag die Antwort für viele von uns klar sein. Diejenigen, die sich mit Auszubildenden beschäftigen möchten, sollen unbedingt über Spezialkenntnisse auf dem Bereich der Erziehung von Schülern verfügen. Überdies denken aber nur wenige daran, daß es nicht genügt, einen Beruf anspruchsvoll auszuüben, er muß auch weitergegeben werden. Zur Wissensvermittlung braucht man eine Spezialvorbereitung. Wir haben alle derartige Erlebnisse, daß wir von den Erklärungen eines für sehr gebildet gehaltenen, für sein logisches Denken, seinen scharfen Sinn, seine Handfertigkeit bewunderten Lehrers nichts verstanden haben. Gleichzeitig gab es Fälle, in denen wir den Gedanken eines weniger vorbereiteten Lehrers folgen konnten, seine Argumetation uns  mitgerissen hat, kurz um gut, daß wir verstanden und genossen haben, was er sagte. Pädagogik hilft, Wissen und Fachkenntnisse effektiver zu vermitteln. Im Laufe der  Pädagogikstunden lernen die Kandidaten die Methoden, Mittel, Verfahrenssysteme kennen, im Besitz deren sie imstande sind, Finessen eines Berufes der nächsten Generation zu vermitteln. Dies verlangt jedoch eine Spezialvorbereitung in Methodik, eine entsprechende  Verhaltenskultur von der Seite von Fachleuten, die sich mit Auszubildenden beschäftigen. Eine der Voraussetzungen dafür, daß dieser Ehrentitel verliehen wird, ist daher, daß Kandidaten die pädagogischen Grundkenntnisse und Routine erwerben, die zur Arbeit mit Auszubildenden notwendig sind.

I.    Vorgeschichte

Auf Antrag der Handwerkskammer Komitat Csongrád wurde das vorstehend angegebene Fach zwischen 1997 und 1999 in zehn Kursen unterrichtet. Sowohl Bildungs- als auch Prüfungserfahrungen wurden regelmäßig registriert und systematisch bearbeitet. Wir hatten vor, einen adequaten Führungsstil, eine Arbeitsmethode zu entwickeln, die der Zielgruppe und dem Bildungsziel am besten entsprechen und durch Veröffentlichung der Erfahrungen die Qualitätsentwicklung im Bereich der Berufsbildung zu unterstützen. Es wurde Antwort auf die Frage gesucht, wie Anschauungs- und Verhaltensänderungen bei der Kursbildung, im Laufe des Lehrens-Lernens des Faches, in insgesamt 16 Stunden angeregt werden können? Wie läßt sich dies dann durchführen? Der erste von den angewendeten Methoden im Optimierungsvorgang war, aktuelles Niveau, Anschauung, Kenntnisse in Bezug auf Qualitätsmanagement in der Zeilgruppe mit Hilfe von Fragebögen erschließen, die Erwartungen der Gruppe im Zusammenhang mit der Bildung durch mündliche Interviews kennenzulernen. Im Laufe unserer Arbeit wurden das Prinzip der ständigen Entwicklung, der Einbau der bearbeiteten Ergebnisse ins Lehrmaterial des nächsten Kurses als Methoden angewendet. Im Zusammenhang mit der Zufriedenheit der Teilnehmer haben wir eine Umfrage mit Hilfe von Fragebögen durchgeführt. Eine objektivere Formulierung unserer Ergebnisse hat uns die Analyse der Aufsätze „Was hat mir das Lernen von Grundkenntnissen der Pädagogik bedeutet?” ermöglicht. Um unsere Ziele zu erreichen, haben wir mit den Mitarbeitern der Sektion Pädagogik der Juhász-Gyula-Pädagogischen-Hochschule zusammengearbeitet.

Statistische Angaben der Kurse

Nummer des Kurses

Dauer

Prüfungsdatum

Anzahl der

Teilnehmer

Stunden-rahmen

1

vom 07. 04.  bis 22. 05. 1997

24/25. 05. 1997

78

4x3=12

2

vom 03. 06.  bis 15. 07. 1997

19. 06. 1997

35

4x3=12

3

vom 30. 06.  bis 29. 07. 1997

31. 07. 1997

39

4x4=16

4

vom 14. 10.  bis 19. 11. 1997

21. 11. 1997

31

4x4=16

5

vom 19. 01.  bis 24. 02. 1998

27. 02. 1998

35

4x4=16

6

vom 30. 03.  bis 12. 05. 1998

15. 05. 1998

38

4x4=16

7

vom 31. 08.  bis 06. 10. 1998

16. 10. 1998

26

4x4=16

8

vom 25. 01.  bis 09. 03. 1999

16. 03. 1999

33

4x4=16

9

vom 20. 04.  bis 08. 06. 1999

15. 06. 1999

41

4x4=16

10

vom 13. 09.  bis 26. 10. 1999

29. 10. 1999

33

4x4=16

Insgesamt

   

389 Personen

128 Stunden

Kurse und Prüfungen fanden jedes Mal bei der Handwerks-GNG Komitat Csongrád statt. [2]

II. Ablauf der Kurse

Bildungsprinzipien, Ziele

Wichtig war für uns, daß der Lehrstoff den Grundsätzen des Ungarischen Qualitätsentwicklungsprogramms entspricht, das zur Zeit entwickelt wird, er zur Verwirklichung dieser Grundsätze beiträgt. Wir glauben, daß Entwicklungs- bzw. [3] Änderungsprozesse auf Mikroebene Grundlage für die Entwicklung auf Makroebene bilden. Als weiteres Prinzip wurde bestimmt, daß wir unsere Ziele µ vom aktuellen Niveau der jeweiligen Zielgruppe ausgegangen µ in gegebenen Zeitrahmen verwirklichen. Dementsprechend waren wir bestrebt, ein reales, erreichbares Ziel zu setzen und es zu verwirklichen. Wir haben für wichtig gehalten, den Bildungsinhalt auf eine deutliche, klare, für jede einzelne Gruppe verständliche Weise zu bestimmen.

Als globales Ziel wurde gesetzt, europäische Dimensionen im qualitätsorientierten Unterricht und in der Bildung zur Geltung zu bringen. Unsere Zielsetzung wurde dadurch begründet, daß der gegenwärtige Paradigmawechsel die menschliche Seite der Qualität betont. Zu diesem Zweck hat man die volle Entfaltung von Fähigkeiten, Begabung, Fachkenntnissen der Menschen zu erzielen. [4] Diese Betrachtungsgrundlage setzt ein neues Persönlichkeitsideal voraus. Ein Ideal, bei dem die Fähigkeiten, auf neue Herausforderungen zu reagieren, sich qualitätsbewußt zu benehmen, betont werden. Teilziele: die der Aneignung von pädagogischen Kenntnissen, die der Anregung von positiven Änderungen in der Betrachtungsweise, im konkreten Verhalten der Teilnehmer, dienten der Verwirklichung von globalen Zielen. Von den Anwendungszielen wurde die praktische Anwendung von Kenntnissen besonders hervorgehoben.

Bildungsinhalt

Zu den wichtigsten Gesichtspunkten der Lehrmaterialauswahl gehörte eine Antwort auf die Frage, was Meister in der täglichen pädagogischen Praxis brauchen. Diesem Bedarf wurde ein theoretischer Hintergrund zugeordnet. Lehrinhalte wurden um vier Knotenpunkte gesammelt:

a) Meister haben die Auszubildenden kennenzulernen, um sie beeinflussen zu können. Dementsprechend haben sich mehrere Thesen mit den charakteristischen Eigenschaften der Vierzehn- bis Zwanzigjährigen beschäftigt, mit den Möglichkeiten, wie sie kennenzulernen und zu entwickeln sind. b) Im Lehrprozeß ist sehr wichtig, eine günstige psychologische Atmosphere zu schaffen. Der Theorie entsprechend haben die Teilnehmer µ im Zusammenhang mit dem Führungsstil ihres eigenen Kurses µ eine mögliche Methode der Schaffung einer positiven Atmosphere erfahren, die das Lernen förderte. c) Es wäre erwünscht, daß Meister die Mittel, Verfahren kennen und anwenden, mit deren Hilfe sie ihre Erziehungstätigkeit wirksamer gestalten können. Aufgrund dieser Erwägung wurden Erziehungsmethoden als Lehrmaterial betonter behandelt. (d) Erzieher brauchen eine grundlegende pädagogische Empfindlichkeit, mit deren Hilfe sie die für die jeweilige pädagogische Situation beste Methode anwenden können. Dementsprechend war auch auf Verfahren nicht zu verzichten, die Persönlichkeitsentwicklung anregen.

Bei Gestaltung des Bildungsinhaltes waren wir bestrebt, außer dem Pflichtlehrmaterial auch aktuelle Probleme zu behandeln, Fragen zu beantworten, die Meisterkandidaten am meisten beschäftigten. Auf die Weise sind in Bezug auf Bildungsinhalte bei den zehn Gruppen Betonungsverschiebungen entstanden. Aufgrund der Überlegung von Bildungserfahrungen der Kurse, von Rückmeldungen der Teilnehmer war unser Lerngestaltungs- und Führungsstil durch eine ständige Entwicklung geprägt. Oft wurden konkrete Bitten der Teilnehmer erfüllt, z. B. als das Lehrmaterialangebot um immer weitere Methoden der effektiven Kommunikation erweitert wurde.

Methoden

Im Laufe der Kurse waren wir vor allem bestrebt, eine moderne Betrachtungsweise zu vermitteln. Wie begann diese Arbeit? Vor allem setzt der Lehr- und Lernprozeß eine Art von Beziehungskultur, ein harmonisches Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler voraus. Bei der Bearbeitung des Themenkreises „Meister und Auszubildende” hat sich der erste Unterschied in der Betrachtungsweise gezeigt. Die Teilnehmer haben im Laufe ihrer eigenen Schulbildung oft veraltete Verhaltensweisen seitens der Eltern und Lehrer erfahren. Sie meinten, sie sollten Auszubildende so behandeln,  wie sie selber behandelt wurden, welche Beispiele sie gesehen, was sie im Leben im allgemeinen selber erfahren haben. Wir haben den ungünstigen Schulerlebnissen, Erfahrungen gegenüber eine Alternative angeboten, haben geholfen, die falsche Routine umzubauen. Dadurch hat bei den Teilnehmern ein Änderungsprozeß in ihrem Verhältnis zum Lernen begonnen. Im allgemeinen haben sie den Kurs mit dem Gedanken abgeschlossen, daß Lernen vielmehr als eine Möglichkeit und nicht als etwas Schlechtes aber Notwendiges aufzufassen ist. Diese Tatsache hat eine wesentliche Änderung in der Anschauung bedeutet, der erste Schritt zum Abbau, zur Umgestaltung der geistigen Schranken war getan.

Im Laufe der Workshoparbeit haben die Meisterkandidaten ein als „humanistisch” bezeichnetes, personenzentrisches Bildungs-Erziehungsverfahren kennengelernt. Im Besitz dieser Erlebnisse gibt es mehr Chancen, daß sie in Zukunft ein besseres Verhältnis zu den Auszubildenden herstellen können. Als die Teilnehmer zum ersten Mal von den Annäherungsweisen hörten, die  „schülerzentrisch” genannt werden, fragten viele von ihnen, wie sich mit diesen Methoden konkrete Ergebnisse erzielen lassen. Auf der ganzen Welt herrscht das Gesetz des Stärkeren  µ wie sie formuliert haben µ so wird man wehrlos und kommt man im Leben nicht voran. Sogar einfache, übliche Stellenangebote beginnen wie folgt: „Gesucht wird ein agiler Mitarbeiter...”. Da begann die eigentliche Workshoparbeit. Im Kreuzfeuer von Argumenten und Gegenargumenten kam ein wichtiges Argument in den Mittelpunkt der Diskussion, das so lautet: echte Erziehung besteht darin, eine innere Motivationskraft auszubauen, die sich mit äußeren Mitteln nicht erzwingen läßt. Zu den äußeren Mitteln gehören zum Beispiel Einschüchterung, Beschämung, Machtüberschritt und Mißbrauch der physischen Prädominanz. Diese Methoden haben offensichtlich keinen erzieherischen Wert und man kann ganz gewiß behaupten, daß sie die menschlichen Beziehungen in destruktive Richtung beeinflussen. Die Kursteilnehmer haben die destruierende Wirkung der erwähnten Verfahren durch Erinnerung an persönliche Erlebnisse, durch kognitive Verinnerlichung dieser Erlebnisse leicht eingesehen.

Im Zusammenhang mit Themenkreisen der Konfliktbehandlung, die einen Ansichtswechsel anregen, haben die Teilnehmer konkrete Methoden der Entspannung und Spannungslösung kennengelernt, die im Alltag mit Erfolg einzusetzen sind. Rezepte oder Schemen, wie „dies läßt sich so und so machen” und die wir vermitteln könnten,  gibt es natürlich nicht. Die Kandidaten wurden angeregt, persönlich wirksame Methoden für sich auszureifen, und diese Fähigkeit dann in der Praxis anzuwenden.

Für uns war einerseits wichtig, daß alle Teilnehmer imstande sind, in alten Situationen auf neue Weise zu denken und zu handeln; daß sie keine Stereotypien anwenden, nicht auf die übliche Weise reagieren, was meistens zu keinem Ziel führt. Andererseits sollten pädagogische Situationen möglicherweise nicht aus Machtposition gelöst werden. Die eventuellen negativen Folgen dieses letzteren Verfahrens wurden geschildert, wonach es bei jeder Konfliktlösung aus Machtposition einen Sieger und einen Besiegten gibt. Der Besiegte empfindet dem Sieger gegenüber Abneigung, manchmal sogar Haß, die sich verhüllt oder auch offen manifestieren können, aber auf keinen Fall spurlos verschwinden. Spannung und Abstand zwischen den konfrontierten Parteien können immer steigen, was zur Verschlimmerung der Lage, zur unbehandelbaren Situationen führen kann. Die Teilnehmer wurden vorbereitet, im Interesse des Erfolgs nach echten Dialogen zu streben, zu versuchen, Konflikte vielmehr kreativ als machthaberisch zu lösen.

In den Stunden haben die Teilnehmer ein „lebendiges” Führungs- und Lehrstilmodell, aus der Schule der „symmetrischen Beziehungen” kennengelernt. Im Laufe der gemeinsamen Arbeit haben die Meisterkandidaten „auf der eigenen Haut” erfahren, wie eine Gruppe gut funktionieren kann. Die Kraft des Beispiels hat für sie repräsentiert, mit Hilfe welcher Indices sich eine erfolgreich funktionierende Gemeinschaft beschreiben läßt. In dieser Form haben die Meisterkandidaten Erfahrungen erworben, wie sich eine Lerngruppe aufbauen, aufrechterhalten und betätigen läßt, in der offene Kommunikation, kreative Konfliktbehandlung, eine auf Konzensus beruhende Entscheidungsfindung, die Entfaltung der Schaffenskräfte charakteristisch sind.

Moderne, abwechslungsreiche, persönliche Arbeitsformen, Gruppenarbeit µ in Klein- und Großgruppen µ wurden angewendet. Aufschlußreich waren auch Themenbearbeitungen durch „Rollenwechsel”: wir sind davon ausgegangen, welche Erziehungsmethoden, -mittel uns, als Personen, Schüler angeregt haben; welche Unterrichtsmethoden wir, als Auszubildende, die  den Beruf gerade lernen, positiv gefunden haben. Pägagogische Kenntnisse wurden mit persönlichen Erinnerungen, Erlebnissen verbunden überzeugender, als eine mechanische Einprägung des bloßen Lehrmaterials.

In Bezug auf Organisatorisches im Zusammenhang mit den Prüfungen können wir sagen, wie unterrichtet wurde, so wurde auch abgefragt. Dementsprechend bestanden Prüfungsthesen aus zwei Teilen. Während Teil A auf Begriffssysteme, Gesetzmäßigkeiten, das heißt auf Theorie konzentriert hat, wurden in Teil B Fertigkeiten, Fähigkeiten, Verhaltensänderungen betont, das heißt, stand die praktische Anwendung der theoretischen Kenntnisse im Mittelpunkt. Der Prüfungsform entsprechend wurden im Laufe des Kurses immer wieder Situationen geschaffen, in denen die Teilnehmer nicht passive Empfänger sondern aktive Mitgestalter des Lehrmaterials sein konnten. Das Ziel war also nicht das Lehrbuch zu memorieren und wiederzugeben, sondern Kenntnisse auf praktisch anwendbare Weise anzueignen. Mit der Zeit sind auch Methoden der Prüfungsvorbereitung immer feiner geworden. Die Einführung von sogenannten Probeprüfungen erwies sich zum Beispiel als nützlich. In der letzten Stunde, die uns zur Verfügung stand, haben die Kandidaten in einem Simulationsprozeß vor der Gruppe über ihr Wissen in je einem Themenbereich Rechenschaft abgelegt. Die „Prüflinge” hatten auf die Weise die Möglichkeit, sich vor der Gruppe öffentlich aud die Probe zu stellen. Nach der „Generalprobe” haben die Kandidaten dort, an Ort und Stelle eine Rückmeldung über den Wert der Produktion erhalten, die sie natürlich noch verbessern konnten. Diese Vorbereitungsform wurde als Antwort auf Ansprüche der Teilnehmer eingeführt; in den Ansprüchen hat sich die Tatsache manifestiert, daß Meisterkandidaten keine Prüfungsroutine haben.

III. Die erzielten Ergebnisse:

Pädagogische Kenntnisse lassen sich in Kursrahmen natürlich nicht mit Anspruch auf Vollständigkeit aneignen. Aber die Beschäftigung mit dem Lehrmaterial kann auf jeden Fall zum Nachdenken, zum Weiterdenken der Themen anregen. Die intensive gemeinsame Arbeit mag genügend Motivationsgrundlage dafür bedeuten, daß der Integrationsprozeß von neuen Werten beginnt. Die Beschäftigung mit dem Lehrfach kann auch zu Konfrontationen führen; zum Beispiel, daß vom Gesichtspunkt der Effektivität aus außerordentlich wichtig ist, mit den Auszubildenden richtig umzugehen, wozu aber Fachkenntnisse notwendig sind.

Laut Lehren der Dokumentenanalyse gehört zu den Kursergebnissen, daß diese Bildung die Teilnehmer nicht nur auf die Prüfung vorbereitet hat, sondern die Meisterkandidaten haben Alternativen im Bereich der menschlichen Beziehungen kennengelernt. Als Eltern, Lehrer, Meister wurden sie angeregt, ihre Erziehungspraxis neuzudenken, auch in Bezug auf Zukunft. Pädagogik hat geholfen, Beziehungen mit Familienmitgliedern, Mitarbeitern günstiger zu gestalten, im Bereich der Arbeit Erwartungen der Kunden mehr zu berücksichtigen und darauf entsprechender zu reagieren. Am Ende der Kurse wurden Meisterkandidaten auch sich gegenüber anspruchsvoller.

Lehren und Lernen des Faches Pädagogik haben Änderungsprozesse hervorgerufen, haben den Anspruch auf Selbstbildung erweckt, was zur Erfüllung der Qualitätsanforderungen auf dem Niveau des Verhaltens beigetragen hat. Die Teilnehmer wurden damit konfrontiert, daß ihre persönliche Entwicklung Grundlage für die Entwicklung ihrer Organisation bildet. Außer den Kursrahmen, nahmen immer mehr Meisterkandidaten an den Veranstaltungen der Kammer teil. Von den genannten Veranstaltungen möchten wir nur einige erwähnen: die Rundtischkonferenz „Qualitätsunternehmungen µ Qualität von Unternehmungen”, die seit 1997 jedes Jahr stattfindet, die Arbeit des Qualitätsberatungsdienstes und die Systemkonsultation zur Gruppenqualitätssicherung von Kleinunternehmungen. Die Effektivität der Vorbereitungskurse in Erwägung gezogen, die erste und die letzteren Gruppen verglichen, mußten früher mehr Teilnehmer die Prüfungen wiederholen. Dabei haben mehrere Faktoren mitgewirkt. In einigen Fällen haben die Teilnehmer persönlich nicht genug Zeit der Vorbereitung gewidmet oder sie konnten die Tagesarbeit nicht loswerden. Mit der Zeit haben sich aber Teilnehmer und Bildungsprogramm allmählich aufeinandergestimmt. Lehr- und Lernmechanismen lassen sich heute schon als gut ausgearbeitet bezeichnen.

Die Ergebnisse haben uns überzeugt, daß es möglich ist, die kurzgemessene Zeit effektiv auszunützen. Und von der eindeutigen Zufriedenheit der Teilnehmer zeugen die regelmäßig organisierten Kurse mit Gesamtgruppenstärke. Bei den erzeilten Ergebnissen hat die spezifische Kombination von mehreren Faktoren eine Rolle gespielt. Als Zusammenfassung lassen sich einige Globalmerkmale hervorheben: Führungsstil und Arbeitsmethoden, die der Zielgruppe entsprechen, praxisorientiertes Denken sowie glaubwürdiges, engagiertes Lehrerverhalten.

Megjelent: In: Farkas Olga: Útkeresés és továbbadás ... 25 év a pedagóguspályán. Designer Stúdió, Szeged. 2000. 218-225.o.



[1]      A tanulmányt német nyelvre Bohus Mihályné fordította.

[2]      Bei der Organisation und Abwicklung der Kurse waren uns Herr Károly TÓTH,  Bildungssachverständiger, Geschäftsführer der Gemeinnützigen Handwerksgesellschaft Komitat Csongrád, sowie Frau Terézia ADAMCSÁKNÉ DANKÓ, pädagogische Hauptmitarbeiterin behilflich.

[3]      S. ausführlicher: István DÁNYI µ Albert KÁLMÁN: Erarbeitung einer staatlichen Qualitätsförderungspolitik und eines staatlichen Qualitätsentwicklungsprogramms. Qualität und Zuverlässigkeit. 1999/4, Seiten 156 bis 164

[4]      Quellenmaterial: István KONDOR: Was ist was im Qualitätswesen?, Industriequalitätsklub GTE (Universität für Wirtschaftswissenschafen), Budapest, Seite 128


Vissza